Markov-Entscheidungsprozesse (MDP)

Die meisten Reinforcement-Learning-Probleme können mit dem Framework des Markov-Entscheidungsprozesses (Markov Decision Process, MDP) gelöst werden.

Der MDP ist ein mathematisches Framework für die Modellierung von Entscheidungsproblemen, bei denen die Ergebnisse teilweise zufällig und teilweise kontrollierbar sind.

Recap

Markov-Eigenschaft

Ein Zustand S_t ist dann und nur dann ein Markov-Zustand, wenn folgendes zutrifft:

\[P[S_{t+1} | S_t] = P(S_{t+1} | S_1,S_2, ...,S_t)\]

Das heißt, dass der aktuelle Zustand des Roboters nur von seinem unmittelbar vorhergehenden Zustand (bzw. dem vorherigen Zeitschritt) abhängt und nicht von den weiteren vorherigen Zuständen.

Markov-Prozess

Ein Markov-Prozess wird definiert von (S,P), wobei S die Menge aller Zustände ist und P die Übergangswahrscheinlichkeit von Zustand s nach Zustand s‘ ist:

\[P_{ss'} = P[S_{t+1} = s' | S_t = s]\]

Das MDP-Framework besteht somit aus den folgenden Komponenten:

  1. S – Menge aller möglichen Zustände: alle möglichen und erlaubten Positionen im Raum.

  2. A – Menge aller möglichen Aktionen: die vier Bewegungsmöglichkeiten oben, unten, links, rechts.

  3. P(s‘ | s, a) – Übergangswahrscheinlichkeit von Zustand (s) zu (s‘) nach Aktion (a): die Wahrscheinlichkeit, dass der Roboter nach der Aktion in einen neuen Zustand übergeht.

  4. R(s, a) – Belohnung für das Ausführen von Aktion (a) in Zustand (s).

  5. (gamma) (Discount Factor) – Faktor für zukünftige Belohnungen (zwischen 0 und 1).

Das Ziel ist, eine optimale Policy zu finden, die die kumulierte langfristige Belohnung maximiert.